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Informationsdienst
Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte
Medizin e.V., 11.03.2003
PSA-Screening
- ja oder nein?
Stellungnahme
des Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin - DNEbM e.V.
zu Forderungen nach Einführung eines PSA-Screenings
Maßnahmen zur Früherkennung von Krebskrankheiten
genießen eine hohe Wertschätzung. In der Diskussion
spielen Vermutungen über ihren Nutzen eine vorrangige Rolle,
das Schadenspotenzial wird häufig nicht wahrgenommen. Auch
in der derzeitigen Diskussion um die Einführung einer neuen
Früherkennungsmaßnahme zur Entdeckung von Prostatakrebs
durch die Messung des prostata-spezifischen Antigens (PSA) im
Blut ist dieses Missverhältnis festzustellen. Der Nutzen
einer solchen Maßnahme im Sinne eines verlängerten
Überlebens von betroffenen Männern ist nach einhelliger
wissenschaftlicher Auffassung nicht belegt. Positive Ergebnisse
aussagekräftiger Studien liegen noch nicht vor. Daten aus
den USA deuten zwar auf einen Rückgang der Mortalität
an Prostatakrebs seit Anfang der 1990er Jahre hin. Dass dies
aber mit der Verbreitung der PSA-Messungen zusammenhängt,
ist sehr umstritten. Eine Reihe von Studien zeigt vielmehr,
dass sich die Mortalität in screening-intensiven Regionen
gegenüber Vergleichsregionen nicht unterscheidet. Das Schadenspotenzial,
das vor allem in der unnötigen, nebenwirkungsreichen Behandlung
von Männern liegt, die durch ihren Krebs nicht beeinträchtigt
worden wären (sog. Überdiagnostik), wird nicht thematisiert.
Die Rückkehr zu einer an der vorliegenden Evidenz orientierten
Diskussion sowie eine umfassende Information der betroffenen
Männer, die sowohl den fehlenden Nutzenbeleg als auch das
Schadenspotenzial einschließt, ist dringend notwendig.
Eine Diskussion
zum Thema PSA-Screening findet im Rahmen des 4. EbM-Symposiums
in Freiburg (www.cochrane.de/ebm2003/) am Samstag, 15.3. von
11.00 - 13.00 im Raum ÜR 8 in der Unibibliothek der Universität
Freiburg statt.
Die ausführliche
Stellungnahme des DNEbM e.V. zum PSA-Screening steht als PDF-File
unter der Adresse http://www.ebm-netzwerk.de/psa_screening.pdf
zum Download bereit.
Weitere
Informationen finden Sie unter: http://www.ebm-netzwerk.de http://www.ebm-netzwerk.de/psa_screening.pdf
Deutsches
Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.
Kontaktadresse
Prof. Dr. G. Ollenschläger (Schriftführer)
c/o Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin,
Aachener Straße 233-237, 50931 Köln Fon 0221-4004-500,
Fax 0221-4004-590
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